Big Banger… der Mc Laren M8F von Peter Hoffmann

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Was mich auf Oldtimerrennen immer besonders fasziniert sind die Boliden der ehemaligen CanAm und Interserie. Die CanAm war eine Sportwagenserie die  von 1966-1974 in Nordamerika ausgetragen wurde. Das technische Reglement für die Fahrzeuge dieser Serie  hat eigentlich den Namen „Reglement“ nicht wirklich verdient, denn es hat eigentlich nichts reglementiert. Das Paradies für Renningenieure und Fahrzeugbauer also.

Einer dieser Fahrzeugbauer war der der Neuseeländer Bruce McLaren, der gleichzeitig einer der erfolgreichsten Konstrukteure dieser Serie war. Sein Rezept waren leichte Chasis mit brachialen amerikanischen 8-Zylinder Motoren gekoppelt, die teilweise bis zu 900 PS Leistung hatten. Und genau eines dieser Monster aus der Hand von Bruce McLaren will ich heute ein bisschen näher vorstellen. Das Auto wurde allerdings nicht in der amerikanischen CanAm Serie eingesetzt sondern in der europäischen Interserie, die ab 1970 parallel zur CanAm auf europäischem Boden ausgetragen wurde. Lange Zeit galten die McLaren mit ihren mächtigen 8-Zylinder Triebwerken zu den Topfavoriten bei den Rennen. Erst das auftauchen der bärenstarken Porsche 917/10 mit ihren über 1000 PS starken 12-Zylinder Turbo Motoren haben dieser Erfolgsserie ein Ende gesetzt.

Der heute himbeerfarbene McLaren M8F wurde 1972 von der englischen Firma Trojan,  an Helmut Kelleners für den Einsatz in der Interserie ausgeliefert. Bei Trojan wurden damals die McLaren Fahrzeuge für den europäischen Markt gebaut. 1974 wurde das Fahrzeug dann an Peter Hoffmann verkauft, der es bis heute in seinem Besitz hat. Peter Hoffmann hat seitdem mit dem Fahrzeug ca. 300 Rennen bestritten. Dabei waren viele Läufe zur Interserie, auf fast allen berühmten europäischen Rennstrecken, sowie zahlreiche 1000km Rennen. Wer das Fahrzeug heute sehen will sollte sich auf jeden Fall die Rennen des Orwell Cups SuperSports ansehen.

Die Leistungsdaten des Fahrzeuges sind atemberaubend: 8,3 Liter V8-Zylinder mit über 800 PS, die mit sagenhaften 925 Nm an die Hinterachse gegeben werden. Für die nötige Steuerung der Kraftübertragung sorgt ein unsynchronisiertes, geradeverzahntes 5 Gang Getriebe von Hewland. Die Beschleunigung und Geschwindigkeit dieses Boliden  sind entsprechend. Die 200 Km/h sind nach etwas über 5.sec erreicht und die Endgeschwindigkeit liegt jenseits der 300er Marke. Man muß sich immer vor Augen halten, dass der McLaren mehr als 40 Jahre und nahezu 300 Rennen auf dem Buckel hat. Es ist nur dem Enthusiasmus von Menschen wie Peter Hoffmann zu verdanken, dass wir diese Raritäten heute noch auf der Rennstrecke bewundern und hören können.

Und das ein Motor z.B mit viel Glück 5 Rennen durchhält, ein Getriebe vielleicht nicht ganz so lange, lässt erahnen, welche Arbeit und Geld darin steckt ein solches Fahrzeug am laufen zu halten. 2009 wurde das Fahrzeug bei einem Unfall in Hockenheim schwer beschädigt, konnte aber Dank dem persönlichen Einsatz von Peter Hoffmann, der an dem Auto alles selbst schraubt, wieder aufgebaut werden.

Ich selbst bin in einem Alter, dass ich noch das Vergnügen hatte diese Fahrzeuge in den Serien zu sehen für die sie gebaut wurden. Aber ich freue mich jedesmal, dass ich diese Boliden meinen Kindern auch  noch außerhalb des Museums zeigen kann.