Kuriositätenkabinett Le Mans 2017: Rebellion#13 nachträglich disqualifiziert

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Foto: 2017, Frank Ullrich
Als hätte das Rennen in Le Mans 2017 noch nicht für genug Kuriositäten gesorgt, geht es auch nach dem Rennen munter  weiter. Hat sich die Rebellion Mannschaft mit der #13 (N.Piquet jun./ D. Heinemeier Hansson/  Mathias Beche) am Sonntag noch über den eigentlich für unmöglich gehaltenen dritten Platz beim 24 Stunden Klassiker an der Sarthe gefreut, so wurde das Team nachträglich disqualifiziert und aus der Wertung genommen.

Was ist passiert?  Wie bei den Boxenstopps  der #13 mehrfach zu beobachten war gab es an dem Fahrzeug offensichtlich ein Problem beim Anlassen des Fahrzeuges, wegen eines hängenden Anlassers. Das Problem ließ sich jedoch auf einfache Weise, durch einen Schlag auf den Anlasser mit einem Hammer beheben. Eine Methode die genau so einfach wie effizient ist bei einem hängenden Anlasser und auch keineswegs in Le Mans verboten wäre. Das Problem an der Sache um an den Anlasser zu kommen musste die Boxenmannschaft, jedes Mal die komplette hintere Abdeckung des Fahrzeuges vom Fahrzeug nehmen. Was zum einen aufgrund der Größe der Teile nicht ganz einfach ist und zum anderen natürlich zusätzlich Zeit kostet, die das Team beim Kampf um den Podiumsplatz  auf keinen Fall bei jedem Boxenstopp verlieren will.

Getreu nach dem Motto, kommt der Prophet nicht zum Berg, muss eben der Berg zu Prophet kommen, hat man kurzer Hand ein Loch an der rechten Seite der Haube gezimmert, die den Zugang zum Anlasser von außen ermöglicht ohne die Haube abnehmen zu müssen.  Und genau hier beginnt das Problem. Denn dieses Loch in der Haube mit Zugang zum Motor, war zwar eine pragmatische Lösung, aber leider wurde die Haube durch das Loch auch zum nicht homologierten Karosserieteil.  Dass die ganze Aktion nicht legal ist, war offensichtlich auch dem Rebellion Team durchaus bewusst, denn es wurde offensichtlich noch versucht, das Loch bei dem Fahrzeug im Parc Ferme mit Tape abzukleben.

Die Disqualifikation der Rebellion Mannschaft hat für das DC Team rund um den Schauspieler Jackie Chan den Effekt dass auch das zweite Fahrzeug der DC Mannschaft, die #37 (D.Cheng/T. Gommendy/ A.Brundle) auf Platz drei vorrückt und damit der DC Mannschaft ein Doppelpodium beschert.  Alle Nachfolgenden  rücken damit ebenfalls im Gesamtergebnis einen Platz nach vorne. Die Mannschaft der Signatech- Alpine #35 (N. Panciatici/P. Ragues/A. Negrao) erbten durch die Disqualifikation  noch Platz drei in der LMP2 Klasse.

Foto: 2017, Frank Ullrich
Unangenehme Neuigkeiten auch für G-Drive Racing

Auch das G-Drive Team bekam aufgrund des Unfalls, des Teamchefs Roman Russinow, mit der Startnummer 26 mit dem Proton-Porsche von GT-Fahrer Khaled Al-Qubaisi eine harte Strafe. Die Offiziellen belegten das Team mit einer 3 Minuten Strafe beim kommenden Rennen am Nürburgring. 

Verfolgen Frank Ullrich:

Frank Ullrich ist seit seiner Kindheit begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Was liegt da näher, wie die beiden Hobbys miteinader zu verbinden. Sein erstes Rennen was er besucht hat war das 1000km Rennen 1971 am Nürburgring, dem dann unzählige Besuche bei vielen Rennen seitdem folgten. Anfangs ohne Kamera, ab Mitte der 90er Jahre dann mit Kamera. So richtig ersthaft wurde das Thema Motorsportfotografie dann erst mit der ersten digitalen Spiegelrflexkamera ab 2006. Seitdem wurden weit mehr als 100.000 Aufnahmen bei den verschiedensten Motorsportveranstaltungen aufgenommen, von denen sich viele in seinem großen Archiv befinden. Für Frank ist das Fotografieren ein guter Ausgleich zu seinem Beruf in der IT. neben dem Fotografieren interessiert sich Frank für alles was mit Fahrzeugen, Technik und Benzin zu tun hat.