Die „Gulf Racing“ Story

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Kein Sponsor im Rennsport ist legendärer, kein Design begeistert die Fans mehr, keine Farbkombination ist bekannter in der Rennsportwelt, als das helle blau mit dem orangenen Streifen. Spätestens Steve McQueen’s Film ‚Le Mans‘ machte das Label von Gulf Racing zur Ikone in der Welt des Motorsports. Grund genug die Geschichte dieses Labels etwas genauer zu betrachten und zu beleuchten was den Mythos von Gulf Racing ausmacht.
Foto: 2009, Frank Ullrich
Gulf Racing: Mythos

Zurückverfolgen lässt sich die Geschichte von Gulf Racing im Motorsport bis in der 1930er-Jahre, aber es waren eher die legendären 1960er-Jahre, welche das helle blau mit dem orangenen Steifen  im Rennsport legendär gemacht haben.

Es waren die Zeiten der schnellen Sportwagen die wenig Sicherheit boten und legendäre Strecken, wie Nürburgring Nordschleife, Spa Francorchamps, Le Mans, sowie legendäre Straßenrennen, wie die Targa Florio, die Mensch und Maschine immer wieder an die Grenze des Machbaren geführt haben, und damit zum Mythos Gulf Racing maßgeblich beigetragen haben. Es waren verrückte Zeiten in denen Erfolg, Drama und Leid oft sehr nahe beieinanderlagen.

Immer wieder forderten die Rennen ihren Tribut, was aber die übrigen Fahrer nie davon abgehalten hat im nächsten Rennen wieder an die Grenzen und manchmal auch darüber hinaus zu gehen. Es war diese goldene Zeit des „Sports Car Racings“ und Fahrer wie Pedro Rodriguez, oder Jo Siffert, die Gulf Racing als Label und Sponsor im Motorsport bis heute legendär gemacht hat.  
 

 
 
Foto: 2016, Frank Ullrich
Gulf Racing: John Wyer

Ein Name ist aber untrennbar mit Gulf Racing verbunden, John Wyer, ein britischer Motorsportingenieur und Rennleiter.  John Wyer ist ebenfalls untrennbar mit dem Ford GT40 und dessen Rennsporteinsätzen verbunden. So hat John Wyer 1968 und 1969 mit einem Ford GT40 in Le Mans jeweils den Gesamtsieg geholt. Und über dieses legendäre Fahrzeug ist auch die Verbindung zu Gulf Oil entstanden.

 Graddy Davis, war 1966 Vice-President von Gulf Oil und kaufte sich 1966 einen Ford GT40. Über die gemeinsame Leidenschaft der beiden Männer für dieses Fahrzeug von Ford entstand eine der erfolgreichsten Partnerschaften in der Geschichte des Motorsports, die über 9 Jahre währte. Nach dem Wechsel von John Wyer Racing zum Porsche 917 im Jahr 1970, ging Gulf Oil als Sponsor mit und die Farben von Gulf Oil fanden ihren Weg auch auf die legendären Porsche 917 Fahrzeuge.  Mit großer finanzieller Unterstützung durch Gulf Oil und der Leitung von John Wyer gelang es 1970 und 1971 mit dem Porsche 917 die Sportwagen-Weltmeisterschaft zu gewinnen.  Nach dem Ende der 5 Liter Formel, baute Wyer eigene Rennwagen unter der Bezeichnung Mirage und wieder ist Gulf Oil als Sponsor dabei.  1975 gewannen Jacky Ickx und Derek Bell mit einem Gulf GR8 Le Mans. Dies war dann auch das Ende der Verbindung zwischen Wyer und Gulf Oil. Wyer verkaufte sein Team und trat in den Ruhestand.  Die Verbindung von Gulf Oil zum Motorsport am besteht bis heute.

Es sollte bis 1994 dauern, bis Gulf Racing in Le Mans zurückkam. 1994 kam der Kremer Porsche K8 mit dem legendären Gulf Logo an die Sarthe.  Allerdings war es 1994 nicht das typische Hellblau, sondern es war eher ein dunkles blau was als Grundfarbe für das Orange diente. Derek Bell, Robin Donovan und Jürgen Lässig fuhren den Kremer K8 dabei auf Platz 6 in dem Langstreckenklassiker.

Foto: 2015, Frank Ullrich
Gulf Racing: Nach John Wyer

Parallel zu dem Engagement von Gulf Oil bei John Wyer Racing gab es in den Ende 60er-Jahren und Anfang 70er-Jahren auch schon eine enge Partnerschaft mit dem Team von Bruce McLaren in der legendären CanAm Serie, bei den Indy Cars und in der Formel 1. Auch aus dieser Partnerschaft gingen zahlreiche Siege und Meisterschaften hervor.  Als 1995 der ehemalige britische Autorennfahrer Ray Bellm, mit dem privat eingesetzten McLaren F1 GTR auf der Suche nach einem Partner war erinnerte man sich bei Gulf Oil an die Erfolge die mit dem Namen McLaren verbunden waren und lies die Partnerschaft wieder aufblühen.  3 Jahre fuhr Das Gulf Team Davidoff, mit dem Gulf McLaren F1 GTR erfolgreich in der BPR Global Endurance Serie, die das Team 1996 gewonnen hat, sowie in der GT Klasse in Le Mans 1997.  Das Fahrzeug mit der #41 und den Fahrern Jean-Marc Gounon, Pierre-Henri Raphanel und Anders Olofsson belegte dabei Platz 2 nach dem TWR Porsche WSC-95 von Jöst Racing.

Es sollten viele weitere Erfolge, vor allem in der Endurance-Weltmeisterschaft und in Le Mans folgen. So gewann 2001 der von Gulf Oil gesponserte Audi R8 mit Stefan Johansson die European Le Mans Series.  2009 belegte der Lola Aston Martin B09/60 LMP1 mit der legendären Startnummer 007, den 4. Platz in Le Mans.

2011 konnten Mike Wainwright und Ronald Goethe mit dem Team Gulf AMR Middle East auf einem Aston Martin Vantage GT2 noch einmal die Meisterschaft in der Le Mans Serie in ihrer Klasse gewinnen.

Danach gab es zahlreiche Partnerschaften mit McLaren, Porsche, Lamborghini und Aston Martin in zahlreichen europäischen und internationalen Rennserien.  In Le Mans 2017 fuhr der Ligier Gibson LMP2 von Tockwith Motorsport in den legendären Gulf Farben und die Story geht sicher noch über viele Jahre weiter.   

Es sind all diese Erfolge und Geschichten, die das Label von Gulf Racing haben zur Legende werden lassen. Und es bleibt zu hoffen, dass wir die klassischen Farben in Blau/Orange noch lange im Motorsport bewundern können.

Verfolgen Frank Ullrich:

Frank Ullrich ist seit seiner Kindheit begeisterter Motorsportfan und Fotograf. Was liegt da näher, wie die beiden Hobbys miteinader zu verbinden. Sein erstes Rennen was er besucht hat war das 1000km Rennen 1971 am Nürburgring, dem dann unzählige Besuche bei vielen Rennen seitdem folgten. Anfangs ohne Kamera, ab Mitte der 90er Jahre dann mit Kamera. So richtig ersthaft wurde das Thema Motorsportfotografie dann erst mit der ersten digitalen Spiegelrflexkamera ab 2006. Seitdem wurden weit mehr als 100.000 Aufnahmen bei den verschiedensten Motorsportveranstaltungen aufgenommen, von denen sich viele in seinem großen Archiv befinden. Für Frank ist das Fotografieren ein guter Ausgleich zu seinem Beruf in der IT. neben dem Fotografieren interessiert sich Frank für alles was mit Fahrzeugen, Technik und Benzin zu tun hat.